Luzide Träume – Die erste Erfahrung

Krass, Krass, Krass. Ich bin heute morgen absolut überwältigt. Ich hatte heute meine ersten Erfahrungen mit einem luziden Traum. Doch kurz erst, was das überhaupt ist.

Ein luzider Traum (oder auch Klartraum) ist eine Art von Traum, bei der man sich bewusst ist, das man träumt und auch aktiv diesen Traum beeinflussen kann. Dazu gibt es verschiedene Techniken, wie man diesen Zustand erreichen kann. Wer sich dafür interessiert (ich möchte an dieser Stelle nun nicht darauf eingehen), kann sich gerne in Wikipedia, Wikibooks oder im Klartraum-Wiki weitere Infos holen.

Doch nun zurück zu mir. Als ich vor einiger Zeit mal von Klarträumen gelesen hab, wusste ich, dass ich das einfach mal ausprobieren möchte. Natürlich kann man sich nicht einfach hinlegen und landet direkt in einem luziden Traum, es war natürlich etwas Vorarbeit nötig, welche ich eigentlich eher unterbewusst gemacht habe. Ich schlafe gerne und vor allem träume ich gerne. Aber was hat man von einem Traum, wenn man sich nicht daran erinnert? Eigentlich nichts. Daher habe ich mich seit Wochen nach dem Aufwachen immer darauf konzentriert, mich an den einen oder anderen Traum oder auch nur Traumausschnitt zu erinnern.

Anfangs gelang das nicht gut, ich wusste kaum etwas. Doch nach einiger Zeit wurde es immer etwas mehr, bis ich teilweise ganze Träume hätte nacherzählen können. (Schande über mich: Teil der Vorarbeit ist es eigentlich, dass man diese Träume aufschreibt, aber naja, ich hab es nicht getan. :-) )

An dieser Stelle mögen mir erfahrene luzide Träumer verzeihen, wenn ich eventuell etwas falsch zusammen mische, das Gebiet ist mir doch recht neu.

Eins noch vorab, ich hatte heute Nacht nicht bewusst darauf gehofft, einen luziden Traum zu haben, noch hab ich sonst irgendwelche Anstrengungen gemacht.

Heute Nacht war es dann soweit. Ich bin irgendwann nachts mal aufgewacht, warum weiß ich leider nicht. Wie dem auch sei, das passiert ja hin und wieder mal, hab ich mich umgedreht und wollte weiterschlafen. Doch wie es meist so ist, geht einem der eine oder andere Gedanke noch durch den Kopf. Plötzlich war es dann auf einmal ganz anders. Ich hatte eigentlich den Drang mich noch mal zu drehen, bevor ich einschlafe, aber es ging nicht. Ich war nicht mehr Herr meines Körpers. Da wurde mir klar, dass ich mich eben ganz unterbewusst mit einer luziden Traumtechnik namens WILD in einen luziden Traum “katapultiert” hätte, wäre ich nicht überrascht gewesen, dass ich meinen Körper nicht mehr steuern kann. Kaum hatte ich wieder das volle Bewusstsein, konnte ich mich auch wieder bewegen wie gewohnt.

Kurzer Einschub zu WILD. WILD steht für Wake Induced/Initiated Lucid Dream. Es bedeutet, dass man vom Wachzustand direkt in einen Klartraum gelangen kann, wenn man es schafft, die Schlafparalyse, also den Zustand zwischen dem Wachbewusstsein und dem Schlaf, bewusst zu überstehen. Kurz und knapp: Der Geist bleibt wach, der Körper schläft.

Der heikle Moment an dieser Sache ist die Schlafparalyse. Warum? Nun, nach dem ich gemerkt hatte, dass ich unbewusst am wilden war, dachte ich, dass schaffe ich nochmal. Also wieder in meine Lieblingsschlafposition und gewartet. Langsame Atmung, auf die ich mich konzentriert habe. Nach einiger Zeit hatte ich wieder ein etwas mulmiges Gefühl, so, als sei man schwerelos, letztendlich das gleiche Gefühl, wie zuvor. Zur Sicherheit hab ich versucht, meinen Finger ein kleines bisschen zu bewegen, was aber scheiterte. Es schien, als war ich nun irgendwo am Anfang Schlafparalyse. Dann wurde es aber interessant. Damit der Körper sicher gehen kann, dass der Geist schläft, sendet der Körper Signale, wie z.B. den Drang sich zu drehen. So komisch es auch klingt, dieses Signal kam und ich habe es erfolgreich unterdrücken können. Hurra, die Reise konnte also weiter gehen. Nun wurde ich etwas überrascht. Ich hörte plötzlich Stimmen oder Rauschen und vor meinem geistigen Auge zuckten Lichtkegel. Ich wusste, ich hab davon schon mal gelesen und konnte es aber nicht mehr eindeutig zuordnen, ob man das bei der Initiierung eines luziden Traums erlebt oder ob das eher Teil einer OBE / Out-Of-Body-Experience / Astralprojektion war. Da ich doch etwas geschockt davon war, bin ich wieder aufgewacht und hab mir bewusst gemacht, dass das alles nur in meinem Kopf geschieht und nicht real ist.

Mit diesem Gedanken bin ich dann allerdings auch wieder sehr schnell dahin gekommen, wo ich schon war. Ich hörte Stimmen und sah Lichter. Dann plötzlich wurde es einen kurzen Moment still. Der Moment war wirklich sehr kurz, denn ich hörte nun ein schnarchen. Da meine Freundin nicht schnarcht und ich hätte mich gewundert, wenn es genau heute anders gewesen wäre, muss ich das gewesen sein. Ich hab mich selbst schnarchen gehört. Und ich weiß nun, ich schnarche wirklich laut. :-D

Nach dem ich mir mein Schnarchen etwas angehört hatte, wurden aus den wirren Lichtkegeln, die immer noch auftraten, erste Bilder. Wobei das immer noch vor meinem geistigen Auge war, da meine richtigen Augen natürlich geschlossen waren. An das letzte Bild erinnere ich mich noch gut. Es war ein Zettel, auf dem Stand, dass keine Gefahr besteht, da alles nur im Kopf geschieht und ich viel Spaß haben sollte. Der Zettel “öffnete” sich dann, wie eine Tür, die zum Durchgehen einlädt. Um durchzugehen, musste ich meine Augen öffnen und wuppdi, es geschah nichts. Meine Augen waren offen und ich war in meinem Zimmer in meinem Bett, wie gewohnt.

Doch Moment, da ich zur Tür geschaut habe, die am anderen Ende des Raums ist, fiel mir etwas kleines Rotes auf, was dort normalerweise nicht ist. Als ich auf mein Kissen geschaut habe, sah ich eine Karikatur. Ich hab, egal wo ich auch hin sah, einen roten Umriss einer Fred Feuerstein Karikatur gesehen:

Ich weiß immer noch nicht, warum es gerade Fred Feuerstein ist, aber sei’s drum. Desweiteren fiel mir dann auch eine Mauer im Zimmer auf, die es bis dato eigentlich nicht gibt.

Interessanterweise war mir das, während ich träumte, bewusst, dass ich im Traum bin. Überwältigt von Allem, bin ich auch direkt wieder aufgewacht. Die Karikatur war weg, die Mauern waren auch so, wie sie sein sollten.

Wobei, wenn ich ehrlich bin, war ich mir nicht sicher, ob es nun wieder ein Traum ist oder ich in der Realität aufgewacht bin. Um sicher zu gehen, gibt es eine Reihe von Realitätschecks, die man machen kann. Also fix einige ausprobiert (da ich mich im Vorfeld ja schon mit dem Thema beschäftigt hat, wusste ich noch ein paar, die man durchführen kann). Da alle positiv ausfielen, war ich also zurück in der normalen Welt.

Ich war  wahnsinnig aufgeregt und konnte mich selbst erst mal gar nicht beruhigen. Laut Uhr war es gerade gegen 6 Uhr morgens. Nach dem ich dann gefühlt ewig gebraucht und alles verarbeitet hatte, was geschehen ist, hab ich mich noch mal hingelegt und wollte wieder schlafen (hab ja Urlaub nich’ ;-) ).

Jedoch habe ich, wieder unterbewusst, durch das viele (Nach-)Denken an das passierte und das ich es gerne noch mal machen würde, die MILD-Technik angewandt. MILD bedeutet Mnemonic Induced Lucid Dream. Kurz gesagt, sagt man sich, dass man nach dem Einschlafen einen Klartraum möchte.

So geschah es letztendlich auch. Ich habe dieses mal die oben genannten Phasen nicht so intensiv durchlaufen, wie zuvor. Nach einiger Zeit, eigentlich wollte ich mich drehen, öffnete ich kurz die Augen und oho, es war plötzlich Tag hell und ich war in einem ganz anderen Raum. Es war mir sofort bewusst: Ich bin in einem luziden Traum. Ich hatte ein ganz klares Bild von meiner Umgebung und der Person, die mit mir im Raum war. Wir haben uns kurz unterhalten und ich spürte, dass ich Durst bekomme. Die Wohnung, in der ich mich befand, kannte ich, also ging ich in Richtung Küche. Da wurde allerdings die Sicht etwas “trüb”, ich war dabei aufzuwachen. Ich wusste mir allerdings auch hier zu helfen, da es einige Techniken gibt, die man nutzen kann, um den Traum zu bewahren. Ich hielt mich selbst ganz fest und konzentrierte mich auf das, was ich tun wollte. Das sollte helfen, den Traum zu stabilisieren, was es auch tat. Lustig war es, als ich in einen Spiegel gesehen habe. Entweder hat man dann kein Spiegelbild oder meist ist irgendwas anders. Ich hatte eins und es war anders. Es war eine Karikatur von mir selbst. Sah lustig aus. :D

Da mir bewusst war, dass ich am Träumen bin und ich wusste, dass es eigentlich keine Grenzen gibt, musste ich ein paar Dinge ausprobieren, die man im echten Leben nicht kann. Ein Beispiel ist: durch Wände zu gehen. Ich lief auf die Wand zu und konzentrierte mich, dass ich durch diese durchlaufen kann. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich lief durch die Wand und fiel zugleich dahinter runter, da ich durch die Außenwand gelaufen bin. Doch das Fallen war eher eine Art auf den Boden gleiten. Nun kommt, was an dieser Stelle kommen muss: Man spielt Superman. Arm nach vorne und der Gedanke des Fliegens dazu. Auch hier kann ich sagen, es klappt! Es klappt sogar sehr gut. Ich flog also durch das Land, sah weitere Menschen unter mir. Ich war überwältigt. Alles geschah bewusst in meinem eigenen Traum. Nach dem Landen, wurde meine Sicht wieder verschwommen. Ich erinnere mich, dass, wenn ich beide Augen offen hatte, ich auf einem das Muster meines Kissenbezuges und auf dem anderen die Traumwelt sah. Sehr komisch. An dieser Stelle hatte ich dann Schwierigkeiten, den Traum nochmals zu stabilisieren.

Plötzlich hörte ich den typischen SMS und ich lag wieder zu Hause im Bett und einem leuchtenden iPhone, das gerade eine SMS bekommen hat. Es war nun kurz vor 8 Uhr, Zeit zum Aufstehen und die Erinnerung in den Blog zu packen.

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6 Antworten auf Luzide Träume – Die erste Erfahrung

  1. Oliver sagt:

    Wow, Glückwunsch. Bei mir hat es noch nicht geklappt, aber ich arbeite dran. Werde mir jetzt erstmal durchlesen was nach den ersten beiden Absätzen noch kommt, vielleicht führt es ja zu einem Aha-Erlebnis ;)

  2. Oliver sagt:

    Übrigens, für die Aufzeichnung der Träume eignet sich ein Diktaphone hervorragend. Da muß man sich nicht viel bewegen und es kann ggf. sprachaktiviert werden. Abgesehen davon ist die Traumerinnerung ja wirklich “nur” dafür da sich ggf. auch an den Klartraum erinnern zu können. Mit der Traumerinnerung klappt es bei mir schon einigermaßen, luzide Träume hatte ich leider noch nicht.

    Ach ja, welche Methode hast du denn zum stabilisieren angewandt? War es wirklich nur “sich selber festhalten”? Ich hatte irgendwo gelesen, daß es super funktioniert sich um die eigene Achse zu drehen.

    Habe die beiden Bücher von LaBerge gelesen und mir einen Kurs (hauptsächlich Audio) geleistet in dem noch einige Sachen erklärt sind und man Hinweise findet. Dieses Jahr sollte schon der erste luzide Traum passieren, hoffe ich mal.

    Bin für jegliche Hinweise dankbar.

  3. Manu sagt:

    Hi Oliver,

    ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich nicht so intensiv damit beschäftigt habe, wie Du. :-) Ich hab eigentlich nur mal ein bisschen im Internet gestöbert, aber Bücher oder Kurse habe ich mir (noch?) nicht angetan.

    Bzgl. dem Stabilisieren: Ja, in dem Moment war es einfach nur “sich selbst festhalten” und letztlich auf das zu konzentrieren, was ich vor mir sah. Ansonsten habe ich nicht mehr gemacht.

    Allerdings habe ich seit dem beschriebenem Mal keinen weiteren luziden Traum gehabt. Ich hab es allerdings auch nicht mehr bewusst versucht. Unter der Woche zum Arbeiten will ich mir nicht Nachts ein Wecker stellen um wilden zu gehen. :)

    Das mit dem Diktiergerät ist eine gute Idee, sollte ich mal drüber nachdenken. :)

    Ich drücke Dir die Daumen, dass es mit Deiner Anstrengung bald klappt. :-) Würde mich freuen, davon zu hören.

  4. DreamState sagt:

    Der erste Klartraum bleibt jedem Klarträumer für immer in erinnern :)

    Ich hoffe du praktizierst noch aktiv Klarträume, der der Beitrag schon fast 1,5 Jahre alt ist :) Wir helfen gern auf http://www.kt-forum.de weiter :)

    Viele Grüße
    DreamState

  5. Manu sagt:

    Ich hatte schon mal ein Blick in Euer Forum geworfen. ;-)

    Ich praktiziere leider nicht regelmäßig, aber ich halte mich wacker :)

  6. DreamState sagt:

    Schön, dass du mal bei uns vorbei geschaut hast :) Wenn es dich mal wieder gelüstet, und du Hilfe brauchst, im Forum hilft jeder gerne weiter :)

    Grüße und klare Träume
    DreamState

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