Hallöchen,
seit ein paar Wochen besitze ich einen kleinen vServer von Server4You. Die Kiste lief auch bisher wunderbar und selbst für Vollhorsts in Sachen Linux, Hosting, Plesk etc. wie mich, lässt sich das ganze recht einfach Administrieren. Wie es nun mal so ist, probiere ich gerne Dinge aus, auch wenn ich absolut keine Ahnung davon habe. Gerade bei Linux eine Todsünde, man sollte ja schon etwas Ahnung von dem haben, was man macht, vor allem, wenn man es nur über die Konsole macht. Nunja, dass sollte mir mal noch zum Verhängnis werden…
Vorgestern kam ich auf die glorreiche Idee und schnüffelte mal wieder in der Modulliste von Plesk herum. Da entdeckte ich das Billing-Modul, automatische Rechnungserstellung, Hosting-Pakete, alles eben, was man zum Bestellen, Warten und Administrieren von Kunden und Rechnung auf einem Server braucht. Häkchen angeklickt und auf installieren gedrückt.
Ein paar Minuten später erreicht mich eine E-Mail: Installation successfull. Prima
Gleich mal die URL zum Adminpanel angetippt und eingeloggt… Wuhi o.O, mei, kann man da viel einstellen. Für mich doch etwas zuviel, aber gut, Plesk an sich ist ja nicht gerade billig, da kann man schon was erwarten. Wie gewohnt, erst mal etwas rumgeguckt, ein paar Einstellungen durchgeklickt, aber wissentlich nichts verändert oder bestätigt. Nach dem mein Trieb befriedigt war, loggte ich mich aus und ging sonstigen Aktivitäten nach.
Als ich dann gestern wieder die Website von Plesk aufruf, ich wollte ein Mail-Konto ändern, traf mich erst mal der Schlag. Ich sah kein schönes Plesk im Vista-Design, ich sah ein hässlich “404 – Dokument nicht gefunden”… Bitte?! Ok, Herr von und zu, was hast Du nun wieder angestellt?
Gedanklich den Ablauf vom Vortag durchgegangen und ich war mir sicher, dass ich, nach dem noch alles funktionierte, ich nichts mehr geändert habe.
Aber was mach ich nun?
Eine prima Idee, wie ich fand, und was man gerade als Windowsuser kennt: Reboote das System! Auf zu Server4You, einloggen und einen Reboot-Auftrag erstellen. Keine zwei Minuten später war die Kiste rebootet (das wünsche ich mir von meinem Windowssystem…). Erstes Versuch war natürlich das Aufrufen von Plesk. Hey, kein 404-Fehler mehr, stattdessen lächelte mir ein “Verbindung zu diesem Server kann nicht hergestellt werden” ins Gesicht. Mist, was ist nun schon wieder los?
Erstmal Putty gestartet und per SSH auf den Server, wenigstens das funktionierte noch… Nun musste ich erst mal googeln, um herauszufinden, wie ich mir die Prozessliste anzeigen lassen, was ich auch schnell fand. Und siehe da: Es lief “nichts”. Kein Apache, kein MySQL, kein Mail, kein Plesk… “So’n mischd”, dachte sich der Badener und rief seine (lieblings?) Website auf: Google. Gesucht wurde dieses mal: Wie starte ich den Apache? Vermehrt wurde der Befehl “rcapache2 start” genannt, also eingetippt und bingo! Apache lief wieder. Da auf meinem vServer ein phpBB3-Forum liegt, rief ich das gleich auf. Immerhin kam keine 404-Seite oder “Verbindung kann nicht hergestellt werden”, aber es begrüßte mich ein “Verbindung zur Datenbank nicht möglich”. Jut, klar. Hatte ja auch nur den Apache gestartet. Also wieder auf zu Google und gesucht, wie man MySQL startet. “rcmysql start” heißt das Wunderkind. Also auch das wieder eingetippt und siehe da, dass Forum war online und funktionierte wieder.
Alles Gut? Denkste! Mail und Plesk waren immer noch die Sorgenkinder, welche noch nicht liefen. Da beim Start von Plesk auch alles andere gestartet wird (was ich erst später über Google erfuhr…), wollte ich zuerst wieder Plesk zum Laufen bekommen. Nach ein paar Minuten auf meiner Lieblingssuchmaschine, sollte das Starten mit dem Befehl “/etc/init.d/psa start” funktionieren. Gesagt, getan, aber mein Pinguin war felsenfest der Meinung: “-bash: /etc/init.d/psa: No such file or directory”. Blöd, sehr blöd.
Mein nächster Gedanke war: Support! Schreib doch die Jungens von Server4You an. In meiner Aufregung vergaß ich im Ticket zu erwähnen, dass ich eben genannten Befehl schon ausprobiert hatte, demnach war der erste Ratschlag vom Support: Starten Sie Plesk mit “/etc/init.d/psa start”. D’oh! Kurze Rückantwort von mir, dass das leider nicht klappt. Keine 10 Minuten später, kam wieder eine Meldung vom Support: Entweder Neuinstallation oder es lässt sich noch was mit dem Autoinstaller von Plesk retten.
Neuinstallation? Bitte nicht. Das muss nicht sein. Putty angeworfen und ins Verzeichnis vom Autoinstaller. Putty zeigte mir eine grüne Datei namens “autoinstaller”. Grün? Binary! Prima. Auf geht’s! Mit guter Hoffnung tippte ich brav “autoinstaller” in Putty ein. Aber ich erhielt: “-bash: autoinstaller: command not found”. Wie? Ähm? Da ist die Datei! Musst Du nur starten… Nach dem auch irgendwelche Schreibfehler ausgeschlossen waren, ging wieder auf zu… richtig… zu Google: Wie startet man eine ausführbare Datei? Immer wieder sah ich “./autoinstaller”. Von Windows gewohnt, das ./ nicht zu benötigen, dachte ich mir: Warum klappt das bei denen und bei mir nicht?! Also weiter gegoogelt. Fündig wurde ich letztendlich im Forum von Gulli. Dort stand:
Das “./” steht für das aktuelle Verzeichnis. Aus Sicherheitsgründen kann man unter Unix nicht einfach so Programme im aktuellen Verzeichnis ausführen. Darum muss man den Pfad “bewusst” mit angeben.
Sieh an, brauche ich das “./” also doch. Kaum war es mit eingetippt, startete der Autoinstaller. Um nicht gleich wieder was krumm zu biegen, wählte ich nur die wichtigsten Module aus. Apache, PHP, Mail, WatchDog, MySQL, sollte reichen. “Bestätigen”, “Bestätigen”, “Installieren”. Keine 10 Minuten später spuckte mir der Autoinstaller ein “Packages were installed successfully” und kurz darauf “PSA started successfully”. Super! Ein Lichtblick. Ein kurzes Aufrufen der Plesk-Admin-Seite bestätigte mir, dass es wirklich läuft. Auch E-Mails funktionierten wieder wie gewohnt. Kurzum: Alles funktionierte wieder wie gewohnt.
Was heißt das in Zukunft für mich? Erst googeln, dann rumklicken, erspart einem viel Ärger und Aufwand…